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Historisches
Restaurierung

Die heute noch erhaltene Windmühle vom Typ eines Erdholländers wurde im Sommer 1881 errichtet. Bauherr war der Müllergeselle Heinrich Klingenberg, Sohn des Mühlenbesitzers Johannes Klingenberg aus Graal.





















Foto aus den 1950er Jahren

Als zweckmäßigster Standort für die Anlage eines Mühlengehöfts wurde dasjenige Terrain ermittelt, welches "östlich der Rostock-Ribnitzer Chaussee und nördlich der Purkshofer Grenze zum 7. resp. 1. Schlage der III. Hufe gehört".





Das Mühlengehöft aus südwestlicher Richtung, von der Chaussee aus gesehen

historische Aufnahme (kurz nach dem zweiten Weltkrieg), welche die Mühle noch in Betrieb zeigt

Der Bau einer eigenen Mühle wurde den Rövershägern nach dem Verlust einer ehemaligen, an der Straße nach Oberhagen gelegenen Windmühle im 16. Jh. für lange Zeit verwehrt.








Somit waren die Rövershäger Bauern und Gutspächter gezwungen, andernorts mahlen zu lassen. Sie wichen dabei nach Volkenshagen und bis nach Rostock aus. Die damit verbundenen Beschwerlichkeiten brachten auch den für Rövershagen zuständigen Forstinspektor Hermann Friedrich Becker in Harnisch, der sich in einem Brief vom 27. August 1809 an das Rostocker Heidedepartement darüber beschwerte, dass die Volkenshäger reparaturbedürftig sei, und eine schleunigste Wiederherstellung bzw. einen Mühlenneubau forderte.

Es sollte jedoch nochmals mehr als ein halbes Jahrhundert vergehen, ehe der mecklenburgische Landesherr, seit 1815 stolz den Titel „Großherzog“ führend, am 26. Juni 1868 seinen wörtlich „gnädigsten Entschluss“ verkündete, dem Rostocker Magistrat den Bau und Betrieb einer Windmühle in Rövershagen zu erlauben. Bedingung hierfür war, „daß der neuen Mühle zu Rövershagen Zwangsmahlgäste nie und zu keiner Zeit beigelegt  werden sollen und daß den Domanialmüllern das Umherfahren mit ihren Pungenwagen in allen und jeden Ortschaften der Kämmerei und Hospitalien freistehen und gestattet sein solle, sobald die Rövershäger Mühle in Betrieb gesetzt worden.“ Das niederdeutsche Wort Pungen bedeutet kleiner Sack oder Beutel, so dass unter einem „Pungenwagen“ ein Pferdewagen zu verstehen ist, mit dem Getreide, Schrot, Kleie und Mehl von der Mühle zum Bauern und umgekehrt gefahren wird.




Im Frühjahr 1881 fand sich mit dem Müllergesellen Heinrich Klingenberg, dessen Vater Johannes Mühlenbesitzer in Grahl war und wahrscheinlich das notwendige Kaufgeld vorschoss, ein ernsthafter Interessent für den Bau einer Windmühle in Rövershagen.











Nachdem sich anfängliche Absichten, die Mühle auf  einem zum Oberhäger Pachtgut gehörenden Acker zu errichten, zerschlagen hatten, fanden sich Vertreter der Stadt Rostock sowie Vater und Sohn Klingenberg am 29.April 1881 zu einem Besichtigungstermin in Rövershagen ein. Laut Protokoll wurde „als zweckmäßiger Platz zur Anlegung eines Mühlengehöfts dasjenige Terrain ermittelt, welches östlich der Rostock-Ribnitzer Chausee und nördlich der Purkshofer Grenze zum 7.Schlag der III.Hufe zu Rövershagen gehörte“. Der Zeitpächter Joachim-Heinrich Holst wurde verpflichtet, einen 1000 Quadratruten (d.h. etwa 2,1 ha) umfassenden Streifen Ackerland von seiner Hufe für diesen Zweck abzugeben.

Hinrich Müller zahlte für die neue Erbpachtstelle 3000,-Mark an die Kämmerei der Stadt Rostock und ließ bis zum Ende des Jahres 1881 ein Mühlengehöft und eine Windmühle vom Typ eines Erdholländers bauen. Somit verfügte der Ort Rövershagen nach mehrhundertjähriger Unterbrechung wieder über eine eigene Windmühle.    





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