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Historisches
Restaurierung


Die ersten Sicherungsarbeiten fanden im April/ Mai 1989 statt.

Dies geschah zunächst mit durch Stricke zusammen gebundenen Leitern, mit Sicherungsgurt um den Bauch und Sicherungsleine über das Dach. Ging auch.








Um das Rutenkreuz drehen und die Ruten abbauen zu können, musste erst die um ca. 40 cm abgesackte Rutenwelle angehoben und das Lager auf dem Wetterbalken provisorisch hergerichtet werden (den auf halb neun hängenden Katzenstein hatten wir sicherheitshalber schon vorher nach unten abgeseilt).

Auf die abenteuerliche Suche nach Baumaterialien aller Art in sämtlichen BHG-Verkaufs-
stellen und Baustoff-
versorgungen des damaligen Kreises Rostock- Land und Umgebung möchte ich nicht näher eingehen. Derartiges gehört- gottseidank- der Vergangenheit an.





Nur soviel: Die Dachpapperollen standen im Freilager herum, man bekam diese jedoch nicht zu kaufen !!!
Die Erklärung des Verkäufers einer ehemaligen Ribnitzer BHG- Verkaufsstelle machte mich zunächst sprachlos und geht mir bis heute nicht aus dem Kopf:
"Dieses Material ist für Eigenheimbauer vorgesehen. Der Eigenheimbauer hat schließlich einen Anspruch darauf... Sie nicht, denn Sie reparieren ja nur irgendwas!"

...Da bleibt einem doch glatt die Spucke weg, oder ?!


Die damals nicht immer ganz sicheren Arbeitstechniken gehören nun zum Glück der Vergangenheit an. Heute stehen uns vernünftige Leitern und Sicherungsgurte zur Verfügung.

Erneuerung des Wetterbalkens

Diese Arbeiten wurden am 14. und 15. August 1992 gemeinsam mit den Mühlenfreunden Gustav Radespiel und Reinhard Höfflin (Mühlenverein Sachsendorf b. Calbe/S.) und Stefan Lander (Windmühle Libehna bei Köthen) durchgeführt.

Neben großflächig fehlendem Dachbelag (Holzschindeln), teilweise lockeren Schalbrettern und dem dadurch hervorgerufenen Durchregnen sorgte ein im Bereich des Auflagers völlig zerstörter Wetter-
balken dafür, dass das tonnenschwere Flügelkreuz mitsamt Wellkopf und Welle nicht gerade vertrauenserweckend gelagert waren. Ähnliches galt für die völlig durchgegammelten Fughölzer am hinteren Ende der Kappe, auf denen die Stiele des Windrosenbock stehen.




Das gleichzeitige Stemmen derZapflöcher mit drei bis vier Personen rittlings auf dem Wetterbalken sitzend, nannten wir die "Klopfbank". Schließlich musste bei Ankunft des Kranes alles fix und fertig sein!







Schindelerneuerung

Von April 1993 bis September 1994 wurden Rumpf und Kappe des Holländers mit ca. 25.000 Hartholzschindeln eingedeckt.
Auch diesmal wieder ohne Baugerüst - eine windige Sache !





Sanierung des Sockelmauerwerkes

Im Sommer 1995 wurde das Mauerwerk des Sockelgeschosses instand gesetzt. Der untere Bereich der Rumpfverleidung, an Aufschieblingen befestigt, musste hierzu abgestützt werden. Insgesamt drei der acht Seitenwände wurden eingerissen und mit dem alten Steinmaterial neu aufgemauert. Bei den übrigen Seitenwänden genügten partielle Reparaturen z. B. der Eckverbände. Die Fenster wurden bei dieser Gelegenheit gleich mit erneuert.

1996: Erneuerung der Windrose

Da von der alten Windrose nur noch die Eisenteile wiederverwendbar waren, wurde die ganze Konstruktion nach dem Muster des Originals neu erstellt. Der Zusammenbau erfolgte am Erdboden, am 28.09.1996 wurde die gesamte, ca. zwei Tonnen schwere Holzkonstruktion mit einem Autodrehkran (25 t)  montiert.

1997: Erneuerung des Flügelkreuzes:

von April bis August 1997 wurde das Flügelkreuz (bzw. Rutenkreuz) in Eigenleistung neu angefertigt. Es handelt sich um  Jalousieflügel. Aus Sicherheitsgründen wurde nur ein Rutenpaar mit Jalousieklappen bestückt. Die Spannweite beträgt 21,60 m, ein Jalousieflügel wiegt ca. 750 kg,. Ein Flügel ohne Klappen wiegt ebenso wie ein Bruststück ca. 500 kg, insgesamt also 3,5 Tonnen.  Wären alle vier Flügel mit Klappen bestückt, wie ursprünglich, vier Tonnen.

Seit dem 31. August 1997 ist die Mühle zumindest äußerlich wieder komplett und auch windgängig. Im Inneren gibt es indes noch jede Menge zu tun. Und somit wird auch künftig keine Langeweile aufkommen...



Die liegenden Hölzer am Windrosenbock sind besonders der Zerstörung durch Wind und Wetter ausgesetzt. Insbesondere das nach jedem Niederschlag in den Schwindrissen stehende Wasser sorgt für Fäulnis an den feuchten Stellen sowie für eine Vermoosung der Oberfläche. Jetzt erhielten alle Hölzer, auf denen Wasser stehn kann, Blechabdeckungen.

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